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Historischer Hintergrund

»Im Jahr 1756 ließ in Birma König Alaungphaya einen Brief auf reinem Gold schreiben und mit 24 kostbaren Rubinen schmücken. Der Gründer der Konbaung-Dynastie hatte Birma nach einer Zeit der Teilung und Jahren des Krieges geeint und wieder zu einem Machtfaktor in der Region gemacht.

Der Goldene Brief war an den britischen König Georg II. gerichtet, der damals in Personalunion das Kurfürstentum Hannover und das Königreich Großbritannien regierte. In seinem Schreiben autorisiert Alaungphaya den Aufbau eines befestigten Stützpunktes an der birmanischen Küste für die Schiffe der East India Company. Das königliche Angebot war eine großzügige Geste und von strategischer Bedeutung im kolonialen Wettlauf Englands mit Frankreich. Der Brief, der 1758 nach fast zweijähriger Reise in London eintraf, blieb jedoch unbeantwortet: König Georg II. sandte es [sic] bald weiter an seine heimatliche Bibliothek in Hannover.

Das fehlende Eingehen auf das Angebot des birmanischen Königs führte dazu, dass dieser letztlich die einzige schon bestehende englische Handelsniederlassung zerstören ließ. Damit waren die Beziehungen zwischen England und Birma für Jahrzehnte unterbrochen.

In der Kurfürstlichen Bibliothek, später Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, war der Brief sorgfältig aufbewahrt worden, geriet jedoch über die Jahrhunderte in Vergessenheit. Seit 2007 erforschte Dr. Jacques Leider von der École Française d’Extrême Orient im Auftrag der Bibliothek das weitgehend unbekannte Objekt und identifizierte den Goldenen Brief als den weltweit einzig erhaltenen seiner Art.« (Quelle: Auswärtiges Amt)

Am 9. Oktober 2015 hat die UNESCO den Goldenen Brief in das Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen.

Der Staatssekretär würdigte den Reformprozess in Myanmar und bekräftigte die deutsche Unterstützung für die weitere Entwicklung des Landes. Den interkulturellen Austausch zwischen beiden Ländern nannte Steinlein „außerordentlich dynamisch“ und begrüßte den Abschluss des bilateralen Kulturabkommens im Jahr 2013.

mehr über

Projekt

Mit der Unterstützung des Auswärtigen Amts und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek haben wir dieses historische Dokument in 3D digitalisiert. Diese Digitalisierung soll zum interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und Myanmar beitragen und als »moderne kulturelle Brücke« zwischen den beiden Ländern dienen.

Neben dem 3D-Scan des Goldenen Briefes waren gerade die wissenschaftlichen Aspekte dieses Projektes für uns besonders spannend. Wir bedanken uns ganz besonders bei der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover und allen, die uns unterstützt haben. Auch danken wir dem Auswärtigen Amt sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit.

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